DOM
Fotografie
Deutschland, 2026
Pigmentdruck auf FineArt Papier
Auflage: 12
Die Serie Dom richtet den Blick auf einen der bekanntesten Sakralräume Europas.
Die Fotografien entstanden im Kölner Dom mit einer analogen Kamera aus den 1960er-Jahren, ursprünglich konstruiert für medizinische Aufnahmen bei Magenspiegelungen. Ohne den dafür vorgesehenen periskopischen Aufsatz verliert die Kamera ihre technische Präzision. Aus dem vermeintlichen Defekt entsteht die eigentliche Bildsprache der Serie.
Die Aufnahmen sind unscharf, grobkörnig, schwarz-weiß und stark kontrastreich. Details verschwinden, Ornamentik und Dekoration lösen sich auf. Was bleibt, ist nicht die erzählerische Fülle der gotischen Architektur, sondern ihre elementare Kraft: Dunkelräume und Lichteinbrüche.
Gerade durch den Verlust an Schärfe gewinnt die Architektur eine neue Gegenwart. Die Kamera blendet aus, was den Blick gewöhnlich beschäftigt. Sie nimmt dem Dom seine kleinteilige Lesbarkeit und gibt ihm etwas Ursprüngliches zurück. Die gotischen Kathedrale erscheint als archaischer Raumkörper.
Die Serie bewegt sich damit zwischen fotografischem Experiment und architektonischer Abstraktion. Die Kamera, ursprünglich für den Blick ins Innere des Körpers bestimmt, wird auf einen sakralen Innenraum gerichtet. Aus medizinischer Bildtechnik wird ein künstlerisches Instrument. Der Dom wird nicht abgebildet, sondern untersucht – als Körper aus Stein, Licht und Dunkelheit.
So entstehen Bilder, die weniger zeigen als freilegen. Sie erzählen von einer tieferen, vorsprachlichen Erfahrung des Raumes zwischen Materie und Licht.








